Freitag, 15. April 2016

[Releaseparty] So ganz privat: Wie und wo schreibe ich



Heute macht die Releaseparty von Stella Jante, Melissa David und Salome Joell bei mir halt.

Bei mir könnt ihr heute einen Beitrag von Stella Jante lesen, in dem sie euch etwas von ihrem Arbeitsplatz und ihrem Schreiben an sich zeigt.

Die Romanidee kann durch eine Beobachtung ausgelöst werden, durch eine Geschichte, die mir jemand erzählt, oder ein Thema, das mich bewegt. So bin ich seit meiner Kindheit ein Fan der Sagenwelt. Ich habe sie schon früher beruflich in meine Projekte einbinden können. Als mir 2012 die Idee kam, sie in einem Roman zum Leben zu erwecken, war ich so begeistert davon, dass mir die Umsetzung leichtfiel. Ich schrieb wie wild drauflos.

Die Inspiration zum Schreiben finde ich überall. Die Themen, die mich gerade beschäftigen, landen irgendwie auch immer in den verschiedenen Kapiteln der Romane, die ich gerade in Arbeit habe. Dementsprechend gibt es bei mir keine vorgegebene Handlung. Es ist eine Rohstruktur da, aber was sich schlussendlich entwickelt, das kommt beim Schreiben selbst zutage.

Die Charaktere entwickeln oft ein Eigenleben. Sie erwachen für mich zum Leben. Viele Informationen landen dabei gar nicht im Buch, aber ich notiere sie für mich. Zu jedem Charakter gibt es so etwas wie einen Steckbrief zu Aussehen, Charaktereigenschaften, Vita, Wünschen, Zielen und Träumen. Sie werden mir zu lieben Freunden, die mich begleiten. Ich überlege mir auch bei jedem neuen Charakter, was für ein Vintschger Typ er ist. Dabei lehne ich mich an die Vintschger Typenlehre, ein altes Wissen, das erst kürzlich in Südtirol wiederentdeckt wurde. Mit der Zuweisung zu einem der vier Typen dieser Lehre fällt es mir sehr leicht, die Charaktere gut aufzubauen.

Obwohl ich mich gerne dem Fluss des Schreibens hingebe, ist für mich ein roter Faden wichtig. Wo soll es hingehen mit der Geschichte? Das kommt in Band 1 der Geschichtenerzählerin nicht immer so raus, aber wird in Band 2 und Band 3 immer stärker. Mir ist auch als Leserin wichtig, dass ich Antworten auf alle Fragen bekomme, die sich in einem Roman eröffnen. Genauso wie mir wichtig ist, dass die Handlung und die Charaktere nachvollziehbar sind. Eine unglaubwürdige Handlungsabfolge oder Charakterbrüche können dazu führen, dass ich ein Buch schließe und nicht mehr weiterlese. Da ist es kein Wunder, dass ich beim Schreiben sehr darauf achte. Vor allem bei den Charakteren ist mir die Vintschger Typenlehre dabei eine große Hilfe.

Oft werde ich gefragt, was ich bei Schreibblockaden mache. Nun, ich habe in diesem Sinne noch nie eine gehabt, aber vielleicht liegt das auch an meinem Umgang damit. Wenn ich auch erst seit einiger Zeit Romane schreibe, so ist das Schreiben an sich schon lange mein Beruf.
Es gibt Tage, da gibt es eben keinen „Fluss“, und das nehme ich so hin. Ich gehöre nicht zu denen, die sich täglich eine bestimmte Anzahl von Wörtern vornehmen – auch weil ich Freiberuflerin bin und mir flexibel die Zeit einteilen kann. An Tagen, an denen die Wörter schwer herauspurzeln, jeder Satz ein Kampf wäre, schließe ich die Datei und mache etwas Anderes. Entweder ich kümmere mich um ein anderes berufliches Projekt, bei dem es nicht prioritär ums Schreiben geht, oder mache was mit meinen Kindern, gehe im Wald spazieren oder Fitness – schlimmstenfalls gehe ich sogar den Haushalt an ;-)
Stellas Muse, auf ihrem Schreibstuhl
 mit einer Decke
für die kälteren Jahreszeiten

(Quelle: Stella Jante)
Am nächsten Tag setze ich mich dann wieder unverkrampft hin und dann ist meist der Fluss wieder da. Und sobald er da ist, verschiebe ich oft auch andere Projekte und Termine und nutze ihn aus. Bei mir können auch schon mal zwei Kapitel am Tag rausfließen – was oft zwanzig bis dreißig Seiten am Stück sind.

Natürlich gibt es Momente, in denen ich an meinem Schreiben zweifle – das gehört für mich aber zur Künstlerseele dazu. Da ist mir mein Mann eine konstante Stütze. Er ist mein größter Fan und der absolute Alpha-Leser. Jedes Kapitel wird zuerst ihm vorgelesen, bevor ich überhaupt weiterschreibe.
Was mir nicht nur beim Schreiben, sondern überhaupt viel Kraft, Klarheit und Zielgerichtetheit in meinem Leben gibt, ist die Meditation. Ich meditiere täglich, das gibt mir meine Stabilität und innere Ruhe.

Und ich habe so etwas wie einen Talisman: Eine kleine Muse, die mir eine andere Schriftstellerin einmal geschenkt hat. Es ist ein kleiner Engel, der es sich auf einem aufgeschlagenen Buch gemütlich gemacht hat. Er ist meist auf meinem Fenstersims im Schlafzimmer in der Nähe meines „Schreibstuhls“.
Zuerst einmal: Ich habe gar keinen Arbeitsplatz. Schon vor Jahren habe ich mein Büro aufgegeben, damit ich mich frei fühlen kann zu arbeiten, wo ich gerade möchte. Was brauche ich denn zum Schreiben? Meinen Laptop – und den Strom dafür. Das ist mein Schreibwerkzeug.
Musik stört mich eher – zumindest während dem Schreiben. Manchmal begleitet mich sehr wohl ein Song eine bestimmte Zeit lang, der mich inspiriert, aber nicht während des Schreibens. Da brauche ich eher eine ruhige Umgebung.

Am liebsten schreibe ich im Bett oder auf meinen „Schreibstuhl“, den mir mein Mann extra in unserem Zimmer hineingestellt hat, aber sobald es die Jahreszeit zulässt, bin ich auf der Terrasse schreibend vorzufinden, aber auch draußen im Wald, am See und im Sommer am Meer. Vor allem unterwegs setze ich mich auch gerne in ein Café mit Ausblick und lasse es fließen...


Ich hoffe ihr fandet es genauso interessant etwas über Stellas Schreiben zu erfahren wie ich.
In dem folgenden Bild könnt ihr die anderen Themen, dieser Woche lesen. Die Links zu den Beiträgen findet ihr hier.

 15.04. So ganz privat: Wie und wo schreibe ich? (Dieser Beitrag) 
16.04. Autoreninterview mit Kathis Bücherwelt (Musste leider ausfallen)

Zum Abschluss habe ich auch noch ein Goodiepaket für euch. 
So, oder so ähnlich, wird das Paket aussehen.
Um bei dem Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr nur die folgende Gewinnspielfrage beantworten.
Frage: 
Wo findet ihr selbst die Inspiration für eure Projekte? 
Ich wünsche euch allen viel Glück.


Kommentare:

  1. Danke für den tollen Beitrag. Da ich höchstens bastel oder häkel find ich meine Inspiration im Internet oder irgendwo im vor beilaufen
    Sandra

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  2. Danke für den schönen Beitrag :) ich finde meine Inspiration wenn ich durch die Straßen laufe :)

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  3. Ich hole mir oft Inspirationen aus der Natur und male dann dementsprechend.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  4. Hallo,

    vor allem im Internet :)

    LG
    SaBine

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    1. Liebe Sabine
      Herzlichen Glückwunsch. Du hast das Goodiepaket gewonnen. Melde dich bitte bei Stella direkt, damit sie das Paket versenden kann.
      Liebe Grüße und Herzlichen Glückwunsch
      Annalena ♥

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  5. Hi Annalena, vielen Dank dafür, wie du dieses Thema aufgearbeitet hast! lg Stella

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  6. Huhu
    Auf meinem Lesesofa...wenn ich mit meinen Katzen kuschel 😊
    Mit freundlichen Grüßen Kathrin Richter

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  7. Aus anderen Büchern, dem Fernsehen, der Familie, von den Kindern auf Arbeit und aus meinen Träumen.

    LG Bianca

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  8. Hallo,
    Ich finde meine Inspiration wenn ich mich mit anderen austausche z.B. Familie Freunde aber auch im Internet oder auch auf Facebook.😊

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  9. Guten morgen, ich finde meine Inspiration wenn ich mich mit meiner Familie, Freunde und Bekannte austausche.
    Liebe grüße
    Alessia

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  10. Bei Stella ;) ja wirklich oder beim Auto fahren

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  11. Also das ist ganz unterschiedlich. Mal beim arbeiten, mal im Garten beim Relaxen oder auch beim Einkaufen. Je nach dem was man um sich herum sieht, hört und riecht.
    :-)
    LG
    Dominique

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