Mittwoch, 10. Mai 2017

[Rezension] Rotkäppchen und der Hipster-Wolf



Autorin: Nina MacKay
Titel: Rotkäppchen und der Hipster-Wolf
Verlag: Drachenmond Verlag
Einband: Softcover
Seiten: 380 Seiten
Sprache: Deutsch
Erschienen: Oktober 2016
ISBN: 978-3-95991-989-0
Preis: 14,90€
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Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co. beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine „Verhöre-und-Töte“-Liste der Verdächtigen erstellt wird:

1. Wölfe töten
2. Hexen töten
3. böse Stiefmütter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4. böse Feen töten
Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Happy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever …

Der Titel von dem Buch ist wirklich sehr gut gelungen, er ist außergewöhnlich, sodass man ihm relativ leicht im Kopf behält. Auch das Cover finde ich persönlich sehr schön und gut gelungen. Es passt zum Buch, da man auf dem Cover Rotkäppchen, den Hipster-Wolf, Reds (anscheinend lebensnotwendiges) Handy und einen Selfie-Stick (auch wenn das nicht ihr bevorzugtes Accessoire ist, sondern eher zu einem anderen Charakter passt) sieht. 
Eine weitere Sache, die mir an der Gestaltung des Buches sehr gut gefallen hat, sind die vielen wunderschönen Illustrationen im Inneren des Buches, die immer gerade zu der Stelle im Buch gepasst haben. Auch die kleinen Illustrationen im Kopf jeder Seite haben mir sehr gut gefallen.
Das Buch beginnt mit - wer errät es? - einem Hipsterwitz. Und wer Hipsterwitze, Hundewitze oder insgesamt etwas speziellere Witze nicht mag, der wird dieses Buch nicht sehr gut finden. Das Buch hat allerdings genau meinen Humor getroffen und ich war vor allem am Anfang viel am Lachen. Leider hat im Laufe des Buches die Anzahl der Witze sehr stark abgenommen.
Ich konnte leider nicht sehr gut in das Buch hineinfinden, da ich vor allem zu Anfang mich noch an Red gewöhnen musste. Im Laufe des Buches ist das aber besser geworden und ich konnte das Buch voller Spannung lesen.
Gerade am Anfang fand ich den Schreibstil noch relativ abgehackt und mehrere Sätze unglücklich und missverständlich formuliert. Zum Ende hin hat sich dies allerdings gelegt und ich konnte die Geschichte vollkommen genießen, ohne von dem Schreibstil gestört zu werden.
Die Umsetzung des Gedankens, was passiert ist, nachdem die Märchen zu Ende waren, der in diesem Buch behandelt wird hat mir sehr gut gefallen. Genauso wie die Idee, wie das Leben der Figuren in der modernen Welt mit den technischen Mitteln aussehen würde.
Die Charaktere haben mir nicht alle gefallen und viel von ihnen sind mir sehr flach und wenig ausgearbeitet vorgekommen.
Red, eigentlich Rotkäppchen, mit ihrer Angst vor Wölfen und Red, der Werwolf, haben mir sehr gut gefallen, genauso wie Hock, der auch seinen Auftritt in dem Buch hat. Diese 3 Charaktere fand ich insgesamt wirklich schön gestaltet und ich konnte auch Sympathie für sie empfinden.
Von der Gruppe um Snow und ihren Freundinnen war ich allerdings nur genervt. Ich habe selten so oberflächliche, dumme und naive Charaktere in Bücher gefunden, die so einen großen Hang zu Fehlern haben, und genau dieselben Fehler mehrfach hintereinander machen und sich wundern warum, schon wieder, etwas Blödes als Reaktion auf deren Taten/Fehler kommt. Sie haben keine Reue gezeigt und waren sehr Ich-Fixiert, was mich wirklich wahnsinnig genervt hat.
Was ich allerdings sehr schön fand, unter anderem in Bezug auf die Charaktere, ist die Botschaft, die dieses Buch mit sich bringt. Die Botschaft, das Menschen sich im Laufe der Zeit verändern können. Das ein böser Mensch nicht für immer böse bleiben muss, sondern auch zu einer guten Person werden kann und das eine gute Person auch schlechte Taten vollbringen kann.
Die Idee und die Geschichte von Rotkäppchen und der Hipster-Wolf haben mir sehr gut gefallen. Nur mit den Charakteren und den Schreibstil bin ich nicht immer klargekommen.
Ich gebe dem Buch Rotkäppchen und der Hipster-Wolf 4 von 5 Rosen.



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